Mit einer neuen innovativen Technologie und einer entsprechenden Anlage für die Wasseraufbereitung in der Industrie bewirbt sich die Ideenschmiede aus Gornau um den „Sächsischen Umweltpreis 2013“.
Die sächsischen Unternehmen Kunststofftechnik Weißbach GmbH Gornau (KTW) und WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH Olbernhau stellten sich die Aufgabe, die jeweils unterschiedlichen Kompetenzen durch eine Kooperation zu bündeln. Gemeinsames Ziel war die Verringerung von Umweltbelastungen und die Schonung von Ressourcen durch die Aufbereitung von Abwasser in der Industrie.
Die Innovation:
Verunreinigungen von Wasser sind in den verschiedensten Bereichen anzutreffen. Zum einen im industriellen Sektor, wie z. B. Schmutzwasser in Fertigungsprozessen. Aber auch in den öffentlichen oder gewerblichen Bereichen besteht für die Betreiber von Warmwasseranlagen z. B. die Gefahr der Wasserverunreinigung mit Legionellen. In Notfallgebieten und Schwellenländern sind Wasserquellen zum Teil kontaminiert und können damit nicht als Trinkwasserquellen genutzt werden.
Ziel der Neuentwicklung war eine Reinigung von Wasser möglichst ohne die Verwendung chemischer Zusatzstoffe, um somit Umwelt und die begrenzten Wasserressourcen zu schonen. Dabei sollten regenerierbare Betriebsstoffe verwendet werden. Die Idee zur elektrochemischen Wasseraufbereitung entstand. Eine autarke Trinkwasseraufbereitungsanlage mit neuen Komponenten wurde entwickelt, die Schmutzwasser ohne chemische Zusatzstoffe bis auf Trinkwasserqualität reinigt. Die Anlage benötigt ein Minimum an Energie, welche über eine Photovoltaik-Anlage zur Verfügung gestellt wird.
Aus dieser innovativen Entwicklung heraus, wurde eine nachhaltige Wasseraufbereitung für industrielle Abwässer bei der WätaS GmbH geschaffen. Edelstahlprodukte werden bei WätaS durch so genanntes chemisches Beizen bearbeitet. Die technologische Vermischung mit Wasser erzeugt große Mengen von schadstoffbelasteten Flüssigkeiten, welche aufwändig und kostenintensiv entsorgt werden müssen. Hierfür eine nachhaltige, umweltfreundliche Lösung zu schaffen, die über die gesetzlichen Erfordernisse hinausgeht, wurde als anspruchsvolles gemeinsames Ziel gestellt.
Als Spezialisten in der Entwicklung, Herstellung und Inbetriebnahme von Wasseraufbereitungsanlagen war KTW in der Lage, diese neue individuelle Lösung zu konstruieren und zu fertigen. Sie ermöglicht eine sichere Reinigung und Rückführung von Prozesswasser in den Produktionskreislauf. Dabei handelt es sich um eine innovative Kombination von Neutralisation, Ausfällung sowie Adsorption mit dem Ziel, das Wasser in einem aufbereiteten Zustand erneut zu verwenden sowie die Wirkstoffe in ihren Emissionsbelastungen zu mindern. In der Zusammenarbeit beider Unternehmen entstand so eine neuartige Produktidee für die Anlagentechnologie von KTW, mit der weitere Vermarktungschancen realisiert werden.
Die WätaS erwarb dieses Produkt und nahm es im September 2012 am neuen Produktionsstandort in Olbernhau in Betrieb. Die innovative Anlage wurde im September 2012 in eine neu errichtete Edelstahlwäsche bei der WätaS in Olbernhau integriert und gewährleistet jetzt die vollautomatische Aufbereitung der schadstoffbelasteten Industriewässer. Im Ergebnis verbleibt jetzt das eingesetzte Wasser gereinigt im Prozess. Die abgetrennten und neutralisierten Wirkstoffe müssen nur noch in geringen Volumen und nicht mehr extrem verdünnt über einen Entsorgungsbetrieb beseitigt werden.
Der messbare Nutzen:
Durch die Wasseraufbereitungsanlage der Kunststofftechnik Weißbach GmbH in Kooperation mit der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH muss das Abwasser nicht mehr entsorgt werden, sondern wird als Brauchwasser aufbereitet und immer wieder im geschlossenen Stoffkreislauf verwendet. Wasserverluste entstehen nur noch durch Verdunstung/Trocknung und Verspritzen.
Der messbare Nutzen für die WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH besteht in:
- Einsparung von 90 % der Entsorgungskosten durch Minderung des Wasseranteils, das sind 7.110 €/Jahr (bei einem Abfallvolumen von 35.000 Litern)
- Einsparung von 35.000 Liter Wasser im Jahr, das sind 284 €/Jahr (bei Wasserkosten von 1,16 € und Zweckverbandsabgabe von 6,50 € je m³)
- Amortisation der Investition für WätaS nach einfacher Berechnung bereits nach 2,7 Jahren
- Schaffung eines geschlossenen Stoffkreislaufes
- Sicherung einer gleich bleibenden Wasserqualität
- Herstellung eines verbesserten Arbeitsschutzes und Senkung der gesundheitlichen Risiken für die Beschäftigten
- Minderung von Zeitverlusten im Prozessablauf durch einen hohen Automatisierungsgrad
Damit wurde aus einem konkreten Bedarf eine umweltfreundliche Technologie entwickelt.
Die Verleihung des diesjährigen Umweltpreises durch Herrn Staatsminister Kupfer findet im Rahmen einer Festveranstaltung am 6. Juli 2013 in der Dreikönigskirche Dresden statt. Über die Vergabe der Preise entscheidet das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft auf Vorschlag einer Jury aus kompetenten Persönlichkeiten der sächsischen Wirtschaft, Politik Wissenschaft und Verwaltung. Sie wird durch den Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft berufen.
» Weitere Informationen: Sächsischer Umweltpreis 2013